Camper für Afrika - Kurzfassung
Der ideale Camper für Afrika ist nicht unbedingt groß oder luxuriös. Nach über 40 Jahren Reisen mit Wohnmobilen haben wir festgestellt:
Der ideale Camper für Afrika ist:
➡ Höhe unter 3 m
➡ Breite unter 2 m
➡ Länge etwa 6 m
➡ Gewicht möglichst unter 3,5 t
Wichtiger als Größe sind Zuverlässigkeit, Einfachheit und Beweglichkeit.
Inhalt
➡ Meine Kriterien für ein Afrikafahrzeug
➡ Warum ich den Begriff Expeditionsmobil nicht verwende
➡ Was ein Reisemobil für Afrika wirklich braucht
➡ Stromversorgung
➡ Die Toilette – ein oft unterschätztes Thema
➡ Reifen und Felgen
➡ Sandbleche und Bergeausrüstung
➡ Wagenheber und Werkzeug
➡ Schlussgedanken
Meine drei wichtigsten Kriterien für ein Afrikafahrzeug
➡ Höhe unter etwa 3 Metern
➡ Breite möglichst unter 2 Metern
Gewicht möglichst unter 3,5 Tonnen
Ich sage oft vereinfacht:
3 m – 2 m – 6 m – 3,5 t
Das bedeutet:
3 Meter Höhe
2 Meter Breite
6 Meter Länge
3,5 Tonnen Gesamtgewicht
Natürlich kann es auf schwierigen Strecken passieren, dass das Fahrzeug etwas schwerer wird. Wenn Diesel-, Benzin- und Wasservorräte für abgelegene Regionen mitgeführt werden, kann das Gewicht auch einmal gegen 4 Tonnen gehen.
Trotzdem bleibt diese Faustregel für uns entscheidend:
Das ideale Reisefahrzeug für Afrika ist maximal etwa 3 m hoch, 2 m breit und 6 m lang.
Mit einem solchen Fahrzeug bleibt man beweglich, kommt auch durch enge Dörfer oder Marktstraßen und kann viele Nebenstrecken fahren, die mit großen Expeditionsfahrzeugen kaum möglich wären.
Warum ich den Begriff „Expeditionsmobil“ nicht verwende
Der Begriff „Expeditionsmobil“ wird heute sehr häufig verwendet. In Prospekten und auf Messen klingt er nach Abenteuer, nach großen Reisen und nach Fahrzeugen, mit denen man angeblich überall hinkommt.
Für mich persönlich passt dieser Begriff jedoch nicht.
Eine Expedition war ursprünglich eine Reise in unbekannte Gebiete, oft mit wissenschaftlichem oder militärischem Hintergrund. Heute reisen wir jedoch durch Länder mit Menschen, Dörfern, Märkten und Straßen.
Wir sind Gäste in diesen Regionen und keine Entdecker auf einer Expedition.
Viele sogenannte Expeditionsfahrzeuge sind große und sehr schwere Fahrzeuge. Sie bieten viel Komfort und große Tanks für Wasser und Diesel.
Doch gerade diese Größe kann in vielen Situationen zum Nachteil werden.
Wer einmal durch afrikanische Dörfer gefahren ist, über enge Marktstraßen oder kleine Nebenwege zu einer Lodge, merkt schnell, dass Höhe, Breite und Gewicht plötzlich entscheidend werden.
Ein Fahrzeug mit vier Metern Höhe oder zehn Tonnen Gewicht mag auf den großen Hauptstraßen problemlos unterwegs sein.
Doch sobald man die Hauptverbindungen verlässt, wird Beweglichkeit oft wichtiger als Größe.
Für mich ist ein Fahrzeug für Afrika deshalb kein Expeditionsmobil, sondern ganz einfach ein:
Reisemobil für schwierige Wege.
Ein Fahrzeug, das:
➡ robust ist
➡ einfach aufgebaut ist
➡ leicht repariert werden kann
➡ klein genug ist, um auch dort weiterzufahren, wo große Fahrzeuge umdrehen müssen.
Denn am Ende geht es nicht darum, mit dem größten Fahrzeug unterwegs zu sein –
sondern darum, dorthin zu kommen, wo die interessanten Begegnungen stattfinden.
Warum wir überhaupt reisen
Bevor ich genauer aufzeige, welche Punkte für uns bei einem Fahrzeug besonders wichtig sind, möchte ich noch eine Bemerkung machen, warum wir überhaupt reisen.
Wir reisen, um Menschen zu begegnen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Für uns stehen nicht die sogenannten Highlights im Vordergrund, wie sie oft in Reiseprospekten beschrieben werden.
➡ Wir fühlen uns in jedem Land als Gäste und versuchen uns auch entsprechend zu verhalten.
➡ Wir schotten uns nicht ab. Im Gegenteil – wir lassen Begegnungen zu.
Kinder dürfen an unserem Fahrzeug stehen bleiben und es neugierig betrachten. Manchmal zupfen sie sogar an den Haaren auf meinen Armen, weil sie so etwas bei afrikanischen Erwachsenen nur selten sehen.
Für sie ist das etwas völlig Neues.
Wir lassen es auch zu, dass sie unser Fahrzeug anschauen dürfen.
Genau solche Momente schaffen oft eine viel engere Beziehung zwischen uns als Reisenden und den Menschen vor Ort.
Sie können sehen, wie wir leben – und wir dürfen erleben, wie sie leben.
Gerade diese Begegnungen sind die eindrücklichsten Momente unserer Reisen.
Und auch wenn wir viele Fotos machen, können diese Bilder kaum wirklich beschreiben, was man in solchen Augenblicken fühlt.
Sicherheit entsteht im Kopf
Solche Begegnungen sind mit riesigen Reisemobilen oft viel schwieriger.
Der Einstieg erfolgt dort meist über eine hohe Leiter oder eine große Treppe. Dadurch entsteht automatisch eine Distanz zwischen den Reisenden und den Menschen vor Ort.
Viele Reisende in solchen Fahrzeugen bleiben deshalb lieber im Inneren ihres Fahrzeugs. Die Priorität liegt dann oft stärker auf Komfort und dem eigenen Sicherheitsgefühl.
Doch Sicherheit entsteht nicht nur durch Größe oder Abstand.
Sicherheit entsteht vor allem im Kopf.
Afrika ist kein Kontinent voller Diebe und Wegelagerer, auch wenn manche Geschichten oder Medienberichte manchmal ein anderes Bild zeichnen.
In all unseren Jahren auf Reisen durch Afrika haben wir nie ein Gefühl der Unsicherheit gehabt.
Natürlich braucht es – wie überall auf der Welt – Aufmerksamkeit und Respekt gegenüber den lokalen Gegebenheiten.
Doch unsere Erfahrung zeigt, dass Offenheit und Begegnungen mit Menschen oft mehr Vertrauen schaffen als Distanz und Abschottung.
Was ein Reisemobil für Afrika wirklich braucht
Der Begriff „Expeditionsmobil“ wird heute sehr häufig verwendet. In Prospekten und auf Messen klingt er nach Abenteuer, nach großen Reisen und nach Fahrzeugen, mit denen man angeblich überall hinkommt.
Für mich persönlich passt dieser Begriff jedoch nicht.
Eine Expedition war ursprünglich eine Reise in unbekannte Gebiete, oft mit wissenschaftlichem oder militärischem Hintergrund. Heute reisen wir jedoch durch Länder mit Menschen, Dörfern, Märkten und Straßen.
Wir sind Gäste in diesen Regionen und keine Entdecker auf einer Expedition.
Viele sogenannte Expeditionsfahrzeuge sind große und sehr schwere Fahrzeuge. Sie bieten viel Komfort und große Tanks für Wasser und Diesel.
Doch gerade diese Größe kann in vielen Situationen zum Nachteil werden.
Wer einmal durch afrikanische Dörfer gefahren ist, über enge Marktstraßen oder kleine Nebenwege zu einer Lodge, merkt schnell, dass Höhe, Breite und Gewicht plötzlich entscheidend werden.
Ein Fahrzeug mit vier Metern Höhe oder zehn Tonnen Gewicht mag auf den großen Hauptstraßen problemlos unterwegs sein.
Doch sobald man die Hauptverbindungen verlässt, wird Beweglichkeit oft wichtiger als Größe.
Für mich ist ein Fahrzeug für Afrika deshalb kein Expeditionsmobil, sondern ganz einfach ein:
Reisemobil für schwierige Wege.
Ein Fahrzeug, das:
➡ robust ist
➡ einfach aufgebaut ist
➡ leicht repariert werden kann
➡ klein genug ist, um auch dort weiterzufahren, wo große Fahrzeuge umdrehen müssen.
Denn am Ende geht es nicht darum, mit dem größten Fahrzeug unterwegs zu sein –
sondern darum, dorthin zu kommen, wo die interessanten Begegnungen stattfinden.
Gasversorgung in Afrika
Viele Reisende glauben, Gas sei in Afrika ein Problem.
Nach unserer Erfahrung stimmt das nicht.
In vielen Ländern findet man Werkstätten oder Tankstellen, die Gasflaschen problemlos auffüllen – oft sehr günstig.
Warum wir keine Dieselheizung verwenden
Der Diesel in vielen afrikanischen Ländern enthält einen hohen Schwefelanteil.
Dies kann bei Dieselheizungen zu Problemen führen, da Einspritzdüsen und Filzvliese schnell verkoken.
Darum verzichten wir bewusst auf eine Dieselheizung.
Stromversorgung – Solar
Viele Fahrzeuge haben Solarpanels auf dem Dach.
Doch in Afrika steht man mit dem Fahrzeug oft im Schatten, um die Hitze zu reduzieren.
Darum verwenden wir zusätzlich tragbare Solarpanels, die wir mit einem etwa 10 Meter langen Kabel in die Sonne stellen können.
Wichtig ist dabei ein ausreichend großer Kabelquerschnitt, um Leistungsverluste zu vermeiden.
Die Toilette – ein oft unterschätztes Thema
Die Toilette – ein oft unterschätztes Thema
Ein Punkt, der bei der Planung eines Reisemobils für Afrika oft unterschätzt wird, ist die Toilette.
Die klassische Kassettentoilette („Porta Potti“) funktioniert in Europa sehr gut, weil es fast überall Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder Raststätten gibt. In vielen Teilen Afrikas sind solche Einrichtungen jedoch selten oder gar nicht vorhanden.
Wer mit einer Kassettentoilette unterwegs ist, muss den Behälter normalerweise alle drei bis vier Tage entleeren. Ohne passende Entsorgungsmöglichkeiten kann das schnell zum Problem werden.
Aus diesem Grund haben wir uns für ein System entschieden, bei dem flüssige und feste Abfälle getrennt werden. Solche Trenntoiletten funktionieren deutlich unabhängiger und sind auf langen Reisen ohne Infrastruktur wesentlich praktischer.
Unsere ausführlichen Erfahrungen mit diesem System haben wir auf einer eigenen Seite beschrieben.
Reifen und Felgen
Bei Reifen gilt für uns eine einfache Regel:
möglichst groß und robust
hoher Querschnitt
hohe Tragfähigkeit
guter Flankenschutz
Stahlfelgen oder Alufelgen?
Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Stahlfelgen gemacht.
Sie lassen sich oft wieder richten, während Alufelgen bei starken Schlägen feine Risse bekommen können.
Luftdruck – weniger ist oft mehr
In Afrika fahren wir oft mit reduziertem Reifendruck, um Stöße besser abzufedern.
In tiefem Sand haben wir den Druck teilweise auf 0,7 Bar reduziert.
Ein guter Kompressor ist unverzichtbar
Ein leistungsfähiger Kompressor ist notwendig, um nach Sandpassagen die Reifen wieder aufzupumpen.
Zu kleine Geräte überhitzen oft schnell.
Reifenflickzeug – unbedingt dabei haben
Ein gutes Flickset gehört zur Grundausrüstung.
Viele Schäden lassen sich damit vor Ort reparieren.
Ein oder zwei Ersatzräder?
Ein zweites Ersatzrad bedeutet etwa 40 kg zusätzliches Gewicht.
Wir reisen bisher mit einem Ersatzrad und einem guten Flickset.
Damit konnten wir bisher immer weiterfahren, bis eine Werkstatt gefunden wurde.
Sandbleche
Sandbleche helfen nicht nur im Sand.
Wir verwenden sie auch, um beschädigte Brücken oder Gräben zu überbrücken.
Wichtig sind stabile Aluminiumbleche mit ausreichender Tragfähigkeit.
Wagenheber
Standard-Wagenheber funktionieren oft nur auf festem Boden.
Darum verwenden wir einen hydraulischen Wagenheber mit 5–10 Tonnen Tragkraft sowie stabile Unterlagen.
Schlussgedanken
Viele Menschen glauben, dass man für eine Reise durch Afrika ein riesiges Expeditionsfahrzeug braucht.
Unsere Erfahrung zeigt etwas anderes.
Wichtig sind:
➡ Zuverlässigkeit
➡ Einfachheit
➡ Beweglichkeit
Doch noch wichtiger als das Fahrzeug ist die Art zu reisen.
Wir reisen nicht, um Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Wir reisen, um Menschen zu begegnen.
Denn am Ende sind es nicht die Fahrzeuge, die eine Reise besonders machen.
Es sind die Menschen und die Begegnungen, die uns unterwegs geschenkt werden.
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Autor
Beat Grossenbacher reist seit über 40 Jahren mit Wohnmobilen durch Europa und Afrika.
Seine Fahrzeuge waren unter anderem:
VW Bus
Renault Trafic 4×4
Mercedes Sprinter 4×4
Ford Transit AWD
Auf homecar.ch berichtet er über seine Erfahrungen mit Reisemobilen, Overlanding und Reisen durch Afrika.
Häufige Fragen
Braucht man ein Expeditionsmobil für Afrika?
Nein. Ein kompaktes, zuverlässiges Reisemobil ist meist praktischer.
Wie hoch sollte ein Camper für Afrika sein?
Nach unserer Erfahrung möglichst unter 3 Metern.
Braucht man zwei Ersatzräder?
Ein Ersatzrad und ein gutes Flickset reichen in vielen Fällen aus.