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Ubuntu

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Reisen in Afrika – Ubuntu muss ich in mir tragen

Um fremde Menschen und fremde Kulturen kennenzulernen, muss man sich auf ein Wagnis einlassen. Dazu gehört mehr als nur der Wille zu reisen. Es geht nicht nur darum, die Highlights zu erleben und dann zu sagen: „Ich kenne jetzt die fremden Gegenden.”

Viele Reisende, die nach Afrika kommen, erleben dort Ablehnung. Sie müssen jeden Tag große Hürden überwinden. Dabei sind sie überzeugt, dass ihr Handeln und ihre Sichtweise die richtigen sind. Das fängt meistens schon beim Grenzübertritt an und kann im Fiasko auf der Straße enden.

Wenn wir reisen, um zu lernen, um zu begreifen und um uns wohlzufühlen, sollten wir uns ein paar Gedanken mehr machen. Dazu gehört auch, dass wir unsere Werte, die wir gelernt haben, hinterfragen und unsere lieb gewordene Individualität vielleicht auch mal zur Seite legen. Wir sollten uns bewusst sein, dass wir unterwegs auch Neues lernen und erfahren müssen. Gerade in Schwarz Afrika sollte man sich mal mit dem Gedanken von Ubuntu auseinandersetzen.

Ubuntu – die afrikanische Lebensphilosophie vom „Wir“

Wir sind alle miteinander verbunden. Es ist nicht möglich, komplett isoliert zu leben und dabei noch glücklich zu sein. Wir sind eben „soziale Tiere“. Ubuntu ist eine Lebensphilosophie, die man in Afrika erleben kann. Sie basiert genau auf diesem Prinzip und fördert den achtsamen Umgang miteinander.

Ubuntu-Philosophie: Das Wir vor dem Ich

Nelson Mandela, der ehemalige Präsident Südafrikas, hat mal eine kleine Geschichte erzählt, um Ubuntu zu erklären. Er hat von einem Reisenden erzählt, der durch die Weiten eines Landes reist. Sobald er in ein Dorf oder eine Stadt kommt, muss er nicht nach Essen fragen, sondern ihm wird einfach so Essen angeboten, genauso wie ein Schlafplatz und andere Dinge, die er braucht.

Ubuntu ist eine Lebensphilosophie aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Das heißt so viel wie „Ich bin, weil wir sind“. Desmond Tutu schreibt in seinem Buch „Keine Zukunft ohne Versöhnung“: „Ein Mensch mit Ubuntu ist offen und zugänglich für andere, fühlt sich durch andere bestätigt und nicht bedroht, sondern weiß um die Fähigkeiten und Güte anderer.“ Er oder sie ist selbstbewusst und weiß, dass er oder sie Teil eines größeren Ganzen ist.

Klar, wir können nicht ohne andere Menschen sein, schon allein, weil wir geboren wurden. Aber auch gesellschaftlichen Leben wird schnell klar, dass wir andere Menschen brauchen. Ubuntu hilft uns dabei, unser Herz zu öffnen und es mit anderen zu teilen. Das heißt aber nicht, dass man nicht mehr an sich selbst denken darf. Denn das gehört auch zum Wohlbefinden eines Menschen dazu. Es geht darum, zu lernen, Selbstliebe und die Liebe zu anderen in ein gesundes Verhältnis zu bringen. Ubuntu ist mehr als nur eine Lebensphilosophie. Es ist ein Lebensgefühl. Ubuntu ist aber keine Lösung. Ubuntu ist eine Methode, um offen zu bleiben und alles immer wieder zu hinterfragen. Wenn man Ubuntu im Hinterkopf hat, entscheidet man sich dafür, im Dialog zu bleiben und sich zu öffnen. Nur so kann man sich auf der Reise freuen und Neues erleben. Wenn man den Gedanken „Ubuntu“ nicht hat, merkt man schnell, dass man als Mensch auch verletzlich ist und die Hilfsbereitschaft anderer nicht annehmen kann. Wenn wir also weniger vom „Ich“ und mehr vom „Wir“ ausgehen, können wir aus diesen Gefühlen einen Dialog starten, der das Reisen zu einem positiven Erlebnis macht und uns das Herz erwärmt.

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