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Schwarz Afrika

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Grenze Mauretanien-Senegal

Über die Grenze von Mauretanien nach Senegal wird viel geschrieben! Es soll 2 Grenzübergänge geben, die über den Fluss Senegal führen. Der eine Grenzübergang hat eine gute Zufahrtsstraße und heißt «Rosso». Der andere Grenzübergang führt über eine Piste zu einem Damm über den Senegal. Der Grenzübergang heißt Maka-Diama. Laut Internet und selbsternannten Spezialisten soll der eine Grenzübergang die Hölle und der andere das Fegefeuer sein. Wir haben uns für die Hölle entschieden und die Piste zum Grenzübergang in Kauf genommen, denn das Fegefeuer erschien uns schlimmer!

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... ....

Die Piste zum Grenzübergang war der Vorhof zur Hölle! Schlechte Piste mit sehr hartem Wellblech. Aber die Natur nach der langen Sahara-Durchquerung vor unseren Augen war eine Wohltat! Wir konnten wieder ins Grüne schauen! Ein Warzenschwein und viele verschiedene Vögel konnten wir aus nächster Nähe bestaunen. Auch Zebus und Kamele kreuzten unseren Weg.

Die mauretanische Ausreise war wie immer mit netten Beamten besetzt und alles lief mehr oder weniger reibungslos. Dass sie am Zoll nach Geschenken fragen, ist für uns sicher nichts Neues und manchmal sind wir auch bereit etwas zu geben, wenn sie besonders nett sind.

Nach einem kurzen Intermezzo an der Grenze wurden wir wieder ins Niemandsland geschickt. Eine Piste führte zum Staudamm, dessen Überquerung relativ teuer ist. Zuerst wollte er über 20 SFr. von mir. Was ich aber zu teuer fand. Ich erklärte dem Staudammwächter, dass er mir die offizielle Preisliste zeigen solle, um sicher zu gehen, dass ich nicht zu viel bezahle! Und siehe da, es wurde ganz schnell 10 Sfr. billiger. Sein Nörgeln nutzte nichts mehr und wir haben seine Preisvorstellung in den Wind geschlagen.

Grenze Senegal: «Wie fühlt sich die Hölle an?»

Nach kurzer Fahrt tauchte die sogenannte Hölle auf. Wir hielten auf der linken Seite an und waren auf alles gefasst. Zuerst wurden wir von sogenannten Zollschleppern belagert, die uns die Zollformalitäten erleichtern wollten. Dieses Spiel kennen wir ja und so lehnte ich alle Helfer dankend ab. Ich ging direkt auf den Beamten zu und fragte ihn, was ich nun zu tun hätte. Er sagte mir freundlich aber bestimmt, was er alles von uns braucht. Reisepass, Fahrzeugschein, Führerschein und Versicherungsnachweis. Das alles konnten wir ihm geben und er verschwand in seinem Büro. Wie immer warteten wir geduldig und gespannt, welcher Teufel uns nun das Leben schwer machen wollte. Nach ca. 15 Minuten Wartezeit mussten wir getrennt ans Fenster, wo wir fotografiert wurden und unsere Fingerabdrücke abgeben mussten.

Und was passierte nun? Ein Versicherungsvertreter sagte uns, dass wir nun über die Straße zum «Zoll» müssten. Beim Zoll mussten wir das «Carnet de Passage» plus die Fahrzeugpapiere abgeben. Der Beamte verschwand in seinem Büro und wir mussten warten. Nach ca. 2 Minuten kam ein Chef aus dem Büro und setzte sich auf die Türschwelle. Ich bin auf ihn zugegangen und habe ihm auf Französisch gesagt, dass es für mich hier sehr heiß ist und dass ein alter Mann mit 66 Jahren die Hitze nicht mehr so gut verträgt. Er antwortete mir, dass er auch 66 Jahre alt sei und wir somit gleich alt seien! Nun wurde aus der sogenannten Hölle ein Palaver mit Erzählungen über das Leben, über hübsche Frauen und überhaupt, dass wir und er nicht mehr arbeiten müssten. Er würde hier nur noch nach dem Rechten sehen. Am Ende lachten wir und zeigten uns gegenseitig unsere Bäuche und Muskeln! Jetzt wussten wir, dass wir in «Schwarzafrika» angekommen waren. Wir sind angekommen und wurden so herzlich aufgenommen. Wenn die Hölle so sein muss, dann gehe ich gerne in die Hölle.

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