079 251 25 68  Ferggerweg 5, 3380 Wangen an der Aare

Äquator

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Endlich auf der Südhalbkugel: Zentimeterarbeit am Äquator!

Was für ein Moment! Am 12. September 2025 sind wir in Wangen an der Aare losgefahren – und heute, nach genau 126 Tagen auf Achse, haben wir die magische Linie überquert.

Hinter uns liegen 16.896 Kilometer und 17 Länder. Wenn man bedenkt, dass es Luftlinie von Wangen bis hierher nur etwa 5.315 km sind, sieht man erst mal, welche Umwege man an der Westküste Afrikas macht. Aber genau diese Umwege waren es wert!

Kamerun war für uns ein absolutes Highlight. Trotz aller Warnungen vor den „roten Gebieten“ sind wir durch das Hochland nach Bamenda gefahren. Die Landschaft dort ist einfach einzigartig und fantastisch – für uns eine der schönsten Strecken der bisherigen Reise. Von dort ging es über die neue, top ausgebaute Straße von Sangmélima nach Ntam und weiter in den Kongo. Wer hätte gedacht, dass wir hier im tiefsten Dschungel auf so gutem Asphalt zügig vorankommen?

Heute standen wir dann bei Makoua auf der N2 am Äquator-Denkmal. Wir haben versucht, die 0° 00' 00.000'' auf dem GPS zu knacken. Es war eine echte Zentimeterarbeit – vor, zurück, wieder ein Stück vor. Am Ende hat das GPS bei 0.203'' Süd fest eingerastet.

Warum es uns nicht ganz auf die Null-Sekunde gelang? Das GPS-Signal ist am Äquator tückisch. Zum einen ist die Ionosphäre hier besonders aktiv, was die Signale der Satelliten leicht verzögert und zu Schwankungen führt. Zum anderen hat ein normales Smartphone-GPS eine systembedingte Ungenauigkeit von etwa 5 bis 10 Metern. Da sich der Äquator rechnerisch um etwa 30,8 Meter pro Breitensekunde verschiebt, bedeuten unsere 0.203'' eine Abweichung von gerade einmal 6 Metern – genauer geht es mit normaler Technik kaum, da die Anzeige selbst im Stand immer um ein paar Meter "springt".

Europa, Marokko und Mauretanien waren für uns zum „Kilometerfressen“ fast ein Kinderspiel, da wir diese Ecken schon oft besucht haben. Aber alles südlich von Sierra Leone war pures Neuland und Abenteuer.

Nun stehen wir auf einem ausgedienten Flugfeld, das früher wohl von Buschpiloten benutzt wurde – anders können wir uns dies nicht so recht vorstellen, da heute viele kleine Büsche das Feld überwuchern. Eine Landung wäre heute wohl mehr als nur halsbrecherisch. Einzig Blechteile, die noch im Gras herumliegen und wohl die ehemalige Piste markierten, deuten auf eine Landebahn hin. Ja, und schon kommen Gedanken zum Film „Out of Africa“ in den Sinn. Der Pilot dort hätte wohl die wahre Freude (oder Unfreude) gehabt, hier zu landen. Die Vergangenheit holt die Gedanken an diesen doch so romantischen Film zurück.

Die Lage des Flugfeldes ist für uns so anziehend, dass wir hier einen zusätzlichen Tag einschalten, um uns vom Vortag, der sehr früh am Morgen begann, zu erholen. Wir wollten versuchen, auf der sogenannten Elefantenstraße Waldelefanten vor das Auge zu bekommen. Die Stimmung war wundervoll, auch weil wir einen Tag früher ein sehr heftiges Gewitter über uns ergehen lassen mussten. Dieser mystische Nebel, der nun noch eine Stunde lang die Sonne verdeckte, war es schon wert, so früh aufzustehen. Und als die Sonne sich den Weg durch den Nebel erkämpfte, kamen nochmal ganz andere Landschaftsbilder zum Vorschein, die wir richtig genossen haben.

Aber leider: Waldelefanten – Fehlanzeige. In den dichten Wäldern bleiben sie oft unsichtbar, obwohl sie für das Ökosystem als "Gärtner des Regenwaldes" so wichtig sind. Nun, man darf nicht immer alles erwarten! Elefanten werden wir sicher später noch zu Gesicht bekommen.

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